Der TÜV-Report 2026 liefert erstmals eine belastbare Datengrundlage für Elektroautos. Auf Basis von rund 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen wurden 18 reine E-Modelle ausgewertet. Das Ergebnis: Viele E-Autos schlagen sich erstaunlich gut – teils besser als vergleichbare Verbrenner. Gleichzeitig gibt es klare Ausreißer nach unten.
Der TÜV-Report 2026 ist für den Gebrauchtwagenmarkt ein Pflichtdokument – und erstmals auch für Elektroautos wirklich aussagekräftig. Während frühere Ausgaben nur wenige E-Modelle abbildeten, wurden diesmal 18 reine Elektroautos detailliert ausgewertet.
Der TÜV-Report 2026 im Überblick
Grundlage des Reports sind knapp 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen, durchgeführt zwischen Juli 2024 und Juni 2025. Der Fokus liegt – wie üblich – auf Fahrzeugen im Alter von zwei bis drei Jahren.
- Gesamtmängelquote (alle Antriebe): 21,5 %
- Mängelfreie Fahrzeuge: 66,1 %
- Bewertet werden Bremsen, Fahrwerk, Beleuchtung und Achsen
- Batteriegesundheit wird nicht direkt geprüft
Die Musterschüler: Die besten E-Autos im TÜV-Report
Der klare Sieger unter den Elektroautos ist der Mini Cooper SE. Mit nur 3,5 % erheblichen Mängeln gehört er zu den zuverlässigsten Fahrzeugen seiner Altersklasse.
Ebenfalls positiv fällt der Audi Q4 e-tron auf. Trotz Größe und Komplexität bleibt die Mängelquote niedrig.
An der Spitze der ausgewerteten Elektroautos stehen Modelle, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft weniger laut auftreten, im TÜV-Report 2026 aber durch konstant gute Technik überzeugen. Besonders herausragt der Mini Cooper SE, der mit einer Quote von nur 3,5 % erheblichen Mängeln nicht nur bestes E-Auto seiner Altersklasse ist, sondern sich auch im Gesamtfeld aller Antriebsarten weit vorne platziert.
Auffällig ist dabei, dass der Mini selbst in klassischen Problemzonen moderner Elektrofahrzeuge kaum Schwächen zeigt. Achsaufhängungen, Lenkung und Bremsen geben den Prüfern nur selten Anlass zur Beanstandung – trotz einer im Vergleich zu vielen Kleinwagen hohen elektrischen Leistungsdichte. Für den Gebrauchtmarkt bedeutet das: geringe Reparaturrisiken in den ersten Jahren und eine solide Basis für stabile Restwerte.
Ebenfalls positiv schneiden der Audi Q4 e-tron und der Fiat 500e ab, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Der Audi zeigt, dass selbst ein schweres, technisch komplexes Elektro-SUV zuverlässig sein kann, sofern Fahrwerk, Bremsanlage und Assistenzsysteme sauber abgestimmt sind. Der Fiat 500e wiederum profitiert von seinem klaren Einsatzprofil als Stadt- und Kurzstreckenfahrzeug: überschaubares Gewicht, einfache Technik und geringe Belastung führen zu einer niedrigen Mängelquote. Zusammen zeigen diese Modelle, dass Zuverlässigkeit bei E-Autos keine Frage der Fahrzeugklasse ist – sondern der konstruktiven Qualität.
Die Problemfälle: Wo E-Autos schwächeln
Am Tabellenende der ausgewerteten Elektroautos steht das Tesla Model Y. Mit rund 17,3 % erheblichen Mängeln bei der ersten Hauptuntersuchung fällt es im TÜV-Report 2026 deutlich aus dem Rahmen. Auch das Tesla Model 3 schneidet unterdurchschnittlich ab und bestätigt damit einen Trend, der in den letzten Reports bereits immer wieder auffällig war.
Die Beanstandungen betreffen dabei nicht den Elektroantrieb oder die Hochvolttechnik, sondern vor allem klassische HU-Disziplinen. Häufig genannt werden Beleuchtung/Signaltechnik (z. B. Scheinwerfer-Einstellung, Leuchtmittel, Lichtbild), Bremsen (Korrosion oder ungleichmäßige Wirkung – ein Thema, das bei E-Autos durch starke Rekuperation begünstigt werden kann) sowie Komponenten an Fahrwerk und Achsaufhängung. Genau diese Punkte entscheiden in der Praxis oft darüber, ob ein Fahrzeug „durchgeht“ oder nachgebessert werden muss.
Was der Report über E-Autos wirklich zeigt
Der Elektroantrieb selbst ist kaum ein Schwachpunkt. Probleme entstehen fast ausschließlich an klassischen Bauteilen wie Bremsen, Achsen und Beleuchtung.
Für Leasing- und Gebrauchtinteressenten ist das ein wichtiges Signal: Gute TÜV-Ergebnisse stabilisieren Restwerte und senken Risiken. Eine aktuelle Übersicht bietet die Seite E-Auto-Leasingangebote.
Fazit: Reifeprüfung bestanden – mit Ausnahmen
Der TÜV-Report 2026 zeigt: Elektroautos sind technisch erwachsen. Wer gezielt auswählt, bekommt zuverlässige Fahrzeuge – unabhängig vom Antriebskonzept.